Ideen für 25, 50, 75 und 100 Jahre
Ein Firmenjubiläum beginnt lange vor dem Sektempfang. Eigentlich beginnt es dort, wo ein Unternehmen zum ersten Mal bewusst die Frage stellt, was von 25, 50, 75 oder 100 Jahren Unternehmensgeschichte heute noch relevant ist. Welche Menschen haben das Unternehmen geprägt? Welche Entscheidungen haben seine Entwicklung verändert? Welche Produkte sind verschwunden, welche Ideen geblieben? Welche Krisen wurden überwunden? Und welche historischen Erfahrungen erklären, warum das Unternehmen heute so arbeitet, wie es arbeitet?
Genau darin liegt das Potenzial eines Firmenjubiläums. Es ist nicht nur ein Termin, an dem ein Unternehmen sein Alter feiert. Es ist einer der wenigen Kommunikationsanlässe, bei denen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft glaubwürdig miteinander verbunden werden können.
Ein Unternehmen, das seit Jahrzehnten besteht, verfügt über etwas, das ein neuer Wettbewerber nicht kurzfristig kaufen oder künstlich erzeugen kann: eine tatsächlich erlebte Geschichte.
Diese Geschichte kann für Markenbildung, Kundenkommunikation, Employer Branding, Mitarbeiterbindung, Öffentlichkeitsarbeit, Social Media, Content Marketing und die strategische Positionierung des Unternehmens genutzt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, das Firmenjubiläum nicht auf eine Jubiläumsfeier zu reduzieren.
Die Forschung zu Corporate Heritage liefert hierfür einen wichtigen theoretischen Hintergrund. Urde, Greyser und Balmer (2007) beschreiben Brand Heritage anhand von Elementen wie der bisherigen Erfolgsbilanz, Langlebigkeit, Kernwerten, Symbolen und der Überzeugung innerhalb einer Organisation, dass ihre Geschichte bedeutsam ist. Corporate Heritage wird damit nicht allein durch ein hohes Unternehmensalter erzeugt. Entscheidend ist, welche Bedeutung die Vergangenheit für die Identität der Organisation in Gegenwart und Zukunft besitzt.
Balmer (2013) entwickelte diesen Ansatz zum Corporate Heritage Marketing weiter. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden dabei nicht als voneinander isolierte Zeiträume betrachtet. Unternehmensgeschichte kann vielmehr strategisch in die Beziehungen zu unterschiedlichen Stakeholdern eingebunden werden.
Ein Firmenjubiläum bietet dafür einen außergewöhnlich guten Anlass.
Warum ein Firmenjubiläum mehr sein sollte als eine Feier
Bei der Planung eines Jubiläums konzentrieren sich Unternehmen häufig zunächst auf organisatorische Fragen.
Welche Location wird gebucht? Wie viele Gäste kommen? Welches Catering benötigen wir? Wer hält die Festrede? Welche Band tritt auf?
Diese Fragen sind wichtig, beginnen aber eigentlich zu spät.
Die erste Frage sollte lauten:
Welche Geschichte wollen wir anlässlich unseres Jubiläums erzählen und warum ist sie heute relevant?
Ein Firmenjubiläum kann unterschiedliche Funktionen erfüllen. Es kann Mitarbeitern Wertschätzung vermitteln, langjährige Kundenbeziehungen würdigen, die regionale Verwurzelung eines Unternehmens zeigen, Innovationstraditionen dokumentieren oder eine Marke historisch differenzieren.
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Corporate Heritage zeigt, warum diese historische Dimension strategisch interessant ist. Corporate Heritage kann als Ressource für eine bedeutungsvolle Differenzierung gegenüber anderen Unternehmensidentitäten eingesetzt werden (Balmer und Burghausen, 2015). Neuere Forschung beschreibt Corporate-Heritage-Praktiken zudem als Aktivitäten, durch die Unternehmen ihr historisches Erbe entdecken, bewahren, vermitteln und strategisch intern wie extern einsetzen können (Riviezzo et al., 2026).
Ein Jubiläum sollte deshalb nicht als isolierter Eventtermin verstanden werden.
Idealerweise wird daraus ein Jubiläumsjahr.
History Marketing macht aus dem Jubiläum eine Geschichte
Ein Unternehmen, das beispielsweise 50 Jahre alt wird, besitzt zunächst nur eine mathematische Tatsache:
Zwischen Gründung und Gegenwart liegen fünf Jahrzehnte.
Kommunikativ interessant wird diese Tatsache erst durch ihren Inhalt.
Was geschah in diesen fünf Jahrzehnten?
Wie sah das erste Produkt aus?
Wie klein war das Unternehmen zu Beginn?
Welche Kundenprobleme löste es damals?
Wie veränderte sich die Branche?
Welche Technologien verschwanden?
Wann begann die Internationalisierung?
Wie entwickelte sich das Logo?
Welche Generationen von Mitarbeitern prägten das Unternehmen?
Welche Entscheidungen erwiesen sich rückblickend als Wendepunkte?
History Marketing übersetzt solche historischen Fakten in relevante Geschichten.
Dabei geht es nicht darum, die Vergangenheit romantisch zu verklären. Professionelle Unternehmensgeschichte berücksichtigt Erfolge ebenso wie Umbrüche, Fehlentscheidungen und kritische Kapitel. Gerade dadurch kann historische Kommunikation glaubwürdig werden.
Firmenjubiläum planen: Erst recherchieren, dann inszenieren
Bevor ein Jubiläumskonzept entwickelt wird, sollte die Unternehmensgeschichte systematisch erschlossen werden.
Das ist besonders bei älteren Unternehmen wichtig. Nach 50, 75 oder 100 Jahren befindet sich relevantes historisches Material häufig nicht mehr an einem zentralen Ort.
Geschäftsberichte liegen in einem Keller.
Alte Werbeanzeigen befinden sich im Marketingarchiv.
Produktfotografien wurden von ehemaligen Mitarbeitern aufbewahrt.
Patentunterlagen befinden sich in öffentlichen Datenbanken.
Zeitungen berichteten über Werkseröffnungen.
Stadtarchive besitzen historische Fotografien.
Ehemalige Mitarbeiter erinnern sich an Ereignisse, die niemals schriftlich dokumentiert wurden.
Aus diesen Fragmenten entsteht das historische Fundament des Jubiläums.
Die Forschung im Umfeld von CHARM zeigt, wie breit historische Marketingforschung angelegt werden kann. Die seit 1983 bestehende Conference on Historical Analysis and Research in Marketing beschäftigt sich unter anderem mit Werbung, Branding, Unternehmensgeschichten, Innovation, internationalem Marketing und Marketingpraxis (CHARM, 2026). Das von CHARM 2009 mitbegründete Journal of Historical Research in Marketing hat historische Marketingforschung zusätzlich institutionell etabliert.
Auch das Routledge Companion to Marketing History betrachtet Marketinggeschichte ausdrücklich aus der Perspektive von Unternehmen, Branchen und Volkswirtschaften und behandelt unter anderem Werbung, Distribution, Produktdesign, Branding, Preisstrategien und Konsum (Jones und Tadajewski, 2016).
Für ein Firmenjubiläum bedeutet das: Die historische Recherche sollte nicht bei einer Liste von Gründungsdatum, Geschäftsführerwechseln und neuen Standorten enden.
Auch Produkte, Marken, Werbung, Kunden, Mitarbeiter, Vertrieb, Technologien und gesellschaftliche Veränderungen gehören zur Unternehmensgeschichte.
Ideen für das 25-jährige Firmenjubiläum
25 Jahre sind aus Sicht des History Marketing ein besonders interessanter Zeitpunkt.
Das Unternehmen besitzt bereits eine echte Geschichte, gleichzeitig können viele Menschen, die diese Geschichte geprägt haben, noch persönlich davon erzählen. Gründer, erste Mitarbeiter, langjährige Kunden und Geschäftspartner sind häufig erreichbar.
Das 25-jährige Jubiläum eignet sich deshalb besonders für persönliche Geschichten.
Anstatt lediglich eine klassische Chronik zu erstellen, kann das Unternehmen gezielt Zeitzeugeninterviews durchführen.
Wie sah der erste Arbeitstag aus?
Wie wurde der erste große Kunde gewonnen?
Welches Produkt brachte den Durchbruch?
Welche Entscheidung hätte das Unternehmen beinahe in eine völlig andere Richtung geführt?
Welche Situationen erscheinen heute kurios?
Aus solchen Interviews können Videos, Podcastfolgen, Social-Media-Beiträge, Zitate für eine Ausstellung und Inhalte für die Jubiläumswebsite entstehen.
Eine interessante Leitidee wäre beispielsweise:
25 Jahre – 25 Geschichten.
Dabei werden nicht zwangsläufig die 25 größten wirtschaftlichen Erfolge präsentiert. Interessanter kann eine Mischung aus Produkten, Mitarbeitern, Kunden, historischen Fotografien, Innovationen und persönlichen Erinnerungen sein.
Das Unternehmen bekommt dadurch ein menschliches Gesicht.
Eine Ausstellung für 25 Jahre Unternehmensgeschichte
Auch bei einem vergleichsweise jungen Unternehmen kann eine kleine historische Ausstellung funktionieren.
Dafür müssen keine musealen Räumlichkeiten geschaffen werden.
Eine Ausstellung kann beispielsweise entlang eines Flures, im Foyer oder direkt innerhalb der Jubiläumsveranstaltung entstehen.
Historische Produkte können neben ihren heutigen Nachfolgern stehen.
Das erste Firmenlogo kann der heutigen Corporate Identity gegenübergestellt werden.
Alte Arbeitsplatzfotografien können neben aktuellen Bildern gezeigt werden.
Ein alter Produktkatalog kann gemeinsam mit der heutigen Website präsentiert werden.
Dadurch wird Veränderung unmittelbar sichtbar.
Besonders interessant ist dieser Ansatz für Mitarbeiter, die erst seit wenigen Jahren im Unternehmen arbeiten. Sie erleben plötzlich, dass ihre heutige Organisation Ergebnis vieler früherer Entscheidungen ist.
25 Jahre: Die Gründer noch einmal erzählen lassen
Wenn Gründer oder Mitarbeiter der ersten Stunde noch aktiv sind, sollte dieses Wissen dokumentiert werden.
Nicht nur für das Jubiläum.
Sondern für das Unternehmensarchiv.
Das Jubiläum schafft einen organisatorischen Anlass, Erinnerungen zu sichern, bevor sie verloren gehen.
Dabei sollte kein unstrukturiertes zweistündiges Interview geführt werden, das anschließend auf einer Festplatte verschwindet. Professionelle Oral-History-Interviews werden vorbereitet, thematisch erschlossen und anschließend dokumentiert.
Aus einem einzigen hochwertigen Interview können zahlreiche Kommunikationsformate entstehen.
Ein Kurzfilm.
Mehrere Social-Media-Clips.
Podcastsequenzen.
Zitate.
Blogartikel.
Material für eine spätere Firmenchronik.
Damit wird das Jubiläumsbudget gleichzeitig zu einer Investition in das Unternehmensgedächtnis.
Das 25-jährige Jubiläum als Zukunftsmoment
Ein häufiger Fehler besteht darin, Jubiläen ausschließlich rückwärtsgewandt zu gestalten.
Das ist gerade bei 25 Jahren nicht notwendig.
Das Unternehmen hat wahrscheinlich einen großen Teil seiner Entwicklung noch vor sich.
Deshalb kann aus „25 Jahre Vergangenheit“ beispielsweise „25 Jahre Erfahrung für die nächsten 25 Jahre“ werden.
Vergangenheit legitimiert dann nicht Stillstand, sondern Entwicklung.
Dieser Gedanke entspricht der Corporate-Heritage-Forschung. Heritage bedeutet nicht, Unternehmen in einem historischen Zustand einzufrieren. Urde, Greyser und Balmer (2007) verstehen Heritage vielmehr als Bestandteil der Markenidentität, der gepflegt und weiterentwickelt werden kann.
Ideen für das 50-jährige Firmenjubiläum
Nach 50 Jahren verändert sich die historische Dimension.
Ein halbes Jahrhundert bedeutet normalerweise mehrere Mitarbeitergenerationen, technologische Umbrüche, veränderte Märkte und zahlreiche gesellschaftliche Veränderungen.
Das Jubiläum besitzt deshalb erheblich mehr Material für Storytelling.
Eine einfache Timeline reicht jetzt häufig nicht mehr aus.
Interessanter ist die Frage, welche großen Entwicklungslinien sich durch fünf Jahrzehnte ziehen.
Vielleicht hat das Unternehmen kontinuierlich dieselbe Kernkompetenz weiterentwickelt.
Vielleicht wechselte es mehrfach sein Geschäftsmodell.
Vielleicht blieb es derselben Region verbunden.
Vielleicht entwickelte sich aus einem kleinen Handwerksbetrieb ein internationaler Industriezulieferer.
Die Jubiläumskommunikation sollte diese Transformation erklären.
50 Jahre in 50 Geschichten
Auch beim 50-jährigen Jubiläum kann eine numerische Dramaturgie funktionieren.
„50 Jahre – 50 Geschichten“ bietet genug Raum, um die Unternehmensgeschichte aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen.
Eine Geschichte könnte das erste Produkt behandeln.
Eine andere den ersten Auszubildenden.
Eine weitere einen Kunden, der seit Jahrzehnten beliefert wird.
Andere Geschichten können historische Werbung, technische Innovationen, Gebäude, Unternehmenskrisen oder internationale Expansion thematisieren.
Wichtig ist die Perspektivenvielfalt.
Unternehmensgeschichte sollte nicht ausschließlich Geschichte der Geschäftsführung sein.
Sie ist auch Mitarbeitergeschichte, Produktgeschichte, Kundengeschichte, Designgeschichte, Technikgeschichte und Regionalgeschichte.
Eine Firmenchronik zum 50-jährigen Jubiläum
50 Jahre sind ein geeigneter Zeitpunkt für eine professionell recherchierte Firmenchronik.
Dabei sollte zwischen einer Festschrift und einer historischen Unternehmensgeschichte unterschieden werden.
Eine Festschrift besitzt meist einen stärker repräsentativen Charakter.
Eine professionelle Firmenchronik sollte dagegen Quellen nachvollziehbar auswerten, Zusammenhänge erklären und auch Brüche sichtbar machen.
Das Ergebnis kann weiterhin hochwertig gestaltet und attraktiv erzählt werden.
Wissenschaftliche Sorgfalt und gutes Storytelling schließen sich nicht aus.
Im Gegenteil:
Je besser die historische Grundlage, desto interessanter werden häufig die Geschichten.
Jubiläumsfilm: Vergangenheit nicht nur als Bildergalerie erzählen
Ein 50-jähriges Jubiläum bietet häufig genügend historisches Bildmaterial für einen Film.
Der typische Fehler besteht darin, historische Fotografien chronologisch aneinanderzureihen und mit Musik zu unterlegen.
Ein guter Jubiläumsfilm benötigt dagegen eine Erzählung.
Beispielsweise:
„Wie aus fünf Mitarbeitern ein internationaler Mittelständler wurde.“
Oder:
„50 Jahre Innovation für eine Branche.“
Oder:
„Fünf Jahrzehnte, drei Generationen, eine Idee.“
Historische Fotografien, Werbefilme, Produktaufnahmen und Zeitzeugeninterviews können miteinander verbunden werden.
Das Resultat funktioniert dann nicht nur auf der Jubiläumsveranstaltung. Kürzere Versionen können auf der Website, YouTube, LinkedIn oder in Recruiting-Kampagnen eingesetzt werden.
Ideen für das 75-jährige Firmenjubiläum
75 Jahre besitzen eine besondere historische Qualität.
Ein Unternehmen, das 75 Jahre besteht, reicht im Jahr 2026 bis ungefähr 1951 zurück. Seine Geschichte umfasst damit den Wiederaufbau der Nachkriegszeit, Wirtschaftswunder, Ölkrisen, Digitalisierung, Globalisierung und zahlreiche technologische sowie gesellschaftliche Veränderungen.
Das bietet enorme erzählerische Möglichkeiten.
Gleichzeitig steigt die Verantwortung historischer Kommunikation.
Je älter das Unternehmen, desto wichtiger wird die Frage, ob seine Geschichte vollständig recherchiert wurde.
Vorgängerunternehmen können weiter zurückreichen.
Unternehmerfamilien besitzen möglicherweise ältere wirtschaftliche Aktivitäten.
Standorte haben eigene Vorgeschichten.
Historische Beziehungen zu Kunden und Lieferanten können relevant werden.
Das 75-jährige Jubiläum ist deshalb ein guter Zeitpunkt, ein professionelles Unternehmensarchiv aufzubauen oder vorhandene Bestände neu zu erschließen.
75 Jahre: Unternehmensgeschichte mit Zeitgeschichte verbinden
Unternehmensgeschichte wird besonders interessant, wenn sie nicht isoliert erzählt wird.
Ein Unternehmen, das 1951 gegründet wurde, entstand in einer völlig anderen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Welt.
Wie sah die Branche damals aus?
Welche Produkte benötigten Kunden?
Welche Transportmöglichkeiten existierten?
Wie wurde geworben?
Wie kommunizierte das Unternehmen mit Kunden?
Wann kamen Fax, Computer, E-Mail und Internet?
Solche Vergleiche schaffen Verständnis für den Wandel.
Eine Ausstellung könnte beispielsweise unter dem Titel stehen:
75 Jahre Unternehmen – 75 Jahre Wandel.
Historische Unternehmensereignisse werden dabei mit Entwicklungen der Branche, Technologie und Gesellschaft verbunden.
75 historische Objekte
Eine weitere Idee besteht darin, Geschichte über Gegenstände zu erzählen.
75 ausgewählte Objekte können für 75 Jahre stehen.
Das muss keine klassische Ausstellung mit 75 Vitrinen sein.
Die Objekte können fotografiert, digitalisiert und über das gesamte Jubiläumsjahr veröffentlicht werden.
Produkt Nummer eins.
Ein alter Mitarbeiterausweis.
Die erste Schreibmaschine.
Eine historische Rechnung.
Ein Werbegeschenk.
Ein Werkzeug.
Eine Verpackung.
Ein Katalog.
Eine alte Maschine.
Ein Firmenfahrzeug.
Jedes Objekt bekommt seine Geschichte.
Dadurch entsteht aus materieller Unternehmenskultur digitaler Content.
Das Firmenjubiläum als digitales Museum
Gerade bei 75 oder 100 Jahren lohnt sich die Frage, ob historische Inhalte nach dem Jubiläum wieder verschwinden sollen.
Eine temporäre Ausstellung ist nach einigen Wochen abgebaut.
Ein digitales Firmenmuseum kann dagegen dauerhaft bestehen.
Dort können historische Fotografien, Videos, Produkte, Dokumente, Zeitzeugeninterviews und interaktive Timelines zusammengeführt werden.
Das Jubiläum wird dadurch zum Startpunkt eines langfristigen Corporate-Heritage-Projekts.
Ideen für das 100-jährige Firmenjubiläum
Ein Jahrhundert ist eine besondere Schwelle.
100 Jahre Unternehmensgeschichte bedeuten, dass keine heute aktive Person den gesamten Zeitraum selbst erlebt hat.
Das verändert die Quellenlage.
Erinnerung allein reicht nicht mehr.
Archive werden entscheidend.
Geschäftsberichte, Briefe, Fotografien, Produkte, Zeitungsberichte, Patente, Handelsregisterunterlagen und andere historische Quellen bilden die Grundlage.
Ein 100-jähriges Firmenjubiläum sollte deshalb idealerweise mehrere Jahre im Voraus vorbereitet werden.
Nicht nur wegen der Veranstaltung.
Die historische Recherche selbst benötigt Zeit.
BMW: 100 Jahre und der Blick auf die nächsten 100 Jahre
Ein besonders interessantes Beispiel dafür, wie ein Jahrhundertjubiläum nicht ausschließlich rückwärtsgewandt gestaltet werden muss, liefert die BMW Group.
2016 feierte BMW sein hundertjähriges Bestehen unter dem Leitgedanken „THE NEXT 100 YEARS“.
Der Schwerpunkt lag ausdrücklich nicht allein auf der Vergangenheit. BMW verband die Geschichte mit Zukunftsszenarien und präsentierte Vision Vehicles für BMW, MINI, Rolls-Royce und BMW Motorrad. Die Fahrzeuge sollten Perspektiven auf die zukünftige individuelle Mobilität eröffnen (BMW Group, 2016a).
Zum Auftakt des Jubiläums wurde außerdem das neue Gebäude der BMW Group Classic am historischen Standort in der Moosacher Straße 66 geöffnet. Am Nachmittag des 7. März 2016 fand in der Münchner Olympiahalle eine Veranstaltung mit rund 2.000 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Forschung, Gesellschaft und Medien sowie Händlern, Lieferanten und weiteren Partnern statt. Eine multimediale Inszenierung verband wichtige Stationen der Unternehmensgeschichte mit der zukünftigen Mobilität (BMW Group, 2016b).
Das Beispiel zeigt eine zentrale Stärke guten History Marketings:
Je stärker die Vergangenheit ist, desto interessanter kann der Ausblick auf die Zukunft werden.
Das 100-jährige Jubiläum als Jahrhundertprojekt
Bei einem 100-jährigen Jubiläum sollte deshalb nicht nur eine Veranstaltung geplant werden.
Denkbar ist ein ganzes System miteinander verbundener Formate.
Eine wissenschaftlich recherchierte Firmenchronik bildet die historische Grundlage.
Eine Jubiläumswebsite macht Inhalte digital zugänglich.
Ein Podcast lässt Historiker, Mitarbeiter und Zeitzeugen zu Wort kommen.
Eine Ausstellung zeigt Originalobjekte.
Ein Jubiläumsfilm verdichtet die Geschichte emotional.
Social Media erzählt einzelne Episoden über das gesamte Jahr.
Ein Tag der offenen Tür macht Geschichte für Familien und die Region erlebbar.
Ein Festakt würdigt Mitarbeiter, Kunden und Partner.
Dadurch entsteht keine Aneinanderreihung von Maßnahmen.
Es entsteht eine Jubiläumskampagne.
ZEISS: Jubiläum als Verbindung von Geschichte, Wissenschaft und Zukunft
Auch ZEISS zeigt, wie Unternehmensgeschichte mit einer Zukunftserzählung verbunden werden kann.
Das Unternehmen wurde 1846 gegründet und feierte 2021 sein 175-jähriges Bestehen. ZEISS stellte dabei seine Entwicklung von der kleinen Werkstatt für Feinmechanik und Optik in Jena zum internationalen Technologieunternehmen in einen Zusammenhang mit wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen (ZEISS, 2021a).
Das Jubiläum bestand nicht nur aus einem Festakt.
ZEISS nutzte unter anderem die Interviewserie „ZEISS Beyond Talks“, bündelte sein gesellschaftliches Engagement für Wissenschaft und Nachwuchsförderung in der Initiative „A Heart for Science“ und ermöglichte Mitarbeitern weltweit die Teilnahme an einer virtuellen Jubiläumsveranstaltung (ZEISS, 2021a; 2021b).
Darüber hinaus spendete ZEISS anlässlich des Jubiläums fünf Millionen Euro an das Deutsche Museum und wurde Gründungsmitglied einer Zukunftsinitiative des Museums (ZEISS, 2021c).
Das ist strategisch interessant.
Das Unternehmen nutzte sein historisches Jubiläum nicht nur, um vergangene Leistungen zu präsentieren. Es verband das eigene historische Selbstverständnis als wissenschaftlich und technologisch geprägtes Unternehmen mit einem Engagement für zukünftige Wissenschaft und Bildung.
Siemens: 175 Jahre vom Hinterhof zum Weltkonzern
Auch Siemens nutzte sein 175-jähriges Jubiläum 2022, um einen extremen historischen Kontrast sichtbar zu machen.
1847 begann Siemens & Halske in Berlin als kleine Werkstatt mit zehn Mitarbeitern und produzierte Zeigertelegrafen. Zum 175-jährigen Jubiläum beschäftigte Siemens mehr als 300.000 Menschen weltweit. Der Festakt fand im Schaltwerk in Berlin-Siemensstadt statt und wurde unter anderem von Bundeskanzler Olaf Scholz begleitet (Siemens, 2022).
Kommunikativ liegt die Stärke dieses Beispiels in der Dimension des Wandels.
Aus der kleinen Werkstatt wird ein internationaler Technologiekonzern.
Der historische Ausgangspunkt macht die heutige Unternehmensgröße überhaupt erst erzählbar.
Bosch: 125 Jahre als internationales Jubiläumsprogramm
Auch Bosch zeigt, dass ein Jubiläum nicht auf eine einzelne Veranstaltung begrenzt sein muss.
2011 feierte Bosch gleichzeitig 125 Jahre Unternehmensgeschichte und den 150. Geburtstag des Firmengründers Robert Bosch. Das Jubiläumsjahr umfasste nach Angaben des Unternehmens rund 850 Aktivitäten weltweit. Zu den zentralen Veranstaltungen gehörten ein Symposium zu Fragen zukünftiger Energieversorgung und eine große Jubiläumsgala mit etwa 2.000 Gästen (Bosch, 2012).
Gerade für international tätige Unternehmen ist dieses Modell interessant.
Ein Firmenjubiläum kann eine zentrale Geschichte besitzen und trotzdem dezentral erlebt werden.
Niederlassungen, Tochtergesellschaften und internationale Teams können eigene Aktivitäten entwickeln, solange sie in eine gemeinsame Jubiläumserzählung eingebunden bleiben.
Jubiläumsjahr statt Jubiläumstag
Die Beispiele zeigen einen wichtigen Grundsatz:
Je bedeutender das Jubiläum, desto weniger sollte Kommunikation auf einen einzelnen Tag konzentriert werden.
Ein Jubiläumsjahr bietet wesentlich mehr Möglichkeiten.
Im Januar kann die Jubiläumswebsite starten.
Im Februar beginnt eine Social-Media-Serie.
Im Frühjahr erscheint ein Podcast.
Im Sommer findet der Tag der offenen Tür statt.
Im Herbst erscheint die Firmenchronik.
Am eigentlichen Gründungstag folgt der Festakt.
Zum Jahresende kann ein Zukunftsprojekt präsentiert werden.
Dadurch bleibt das Thema über Monate sichtbar.
Gleichzeitig können unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden.
Historische Social-Media-Serie
Eine der effizientesten Maßnahmen ist eine historische Content-Serie.
Unter dem Hashtag oder Kampagnentitel des Jubiläums können regelmäßig historische Inhalte veröffentlicht werden.
Dabei sollten nicht nur „große Meilensteine“ gezeigt werden.
Oft funktionieren kleine Geschichten besser.
Wie sah ein Arbeitsplatz 1976 aus?
Was kostete das erste Produkt?
Wann wurde die erste Website veröffentlicht?
Wie sah der erste Messestand aus?
Wann wurde erstmals ins Ausland geliefert?
Wie entwickelte sich das Firmenlogo?
Solche Inhalte verbinden Geschichte mit konkreten visuellen Belegen.
Ein Podcast zum Firmenjubiläum
Ein Corporate-History-Podcast kann insbesondere für 50-, 75- und 100-jährige Jubiläen interessant sein.
Jede Episode behandelt ein Thema.
Die Gründung.
Eine wichtige Innovation.
Ein Krisenjahr.
Internationalisierung.
Arbeitsalltag früher.
Unternehmerfamilie.
Zukunft.
Der Vorteil des Formats liegt darin, dass historische Zusammenhänge ausführlicher erzählt werden können als in Social Media.
Gleichzeitig können Ausschnitte für andere Kanäle genutzt werden.
Mitarbeiter als Teil der Geschichte
Einer der größten Fehler von Jubiläumskommunikation besteht darin, Mitarbeiter lediglich als Publikum zu betrachten.
Sie sind selbst Teil der Unternehmensgeschichte.
Ein Jubiläum kann deshalb genutzt werden, um Erinnerungen systematisch zu sammeln.
Mitarbeiter bringen alte Fotos mit.
Ehemalige Kollegen erzählen Geschichten.
Teams wählen historische Objekte aus.
Auszubildende interviewen ehemalige Mitarbeiter.
Langjährige Beschäftigte werden porträtiert.
Dadurch entsteht Beteiligung.
Das ist besonders relevant, weil Corporate Heritage nicht nur externe Markenkommunikation betrifft. Forschung zu Corporate Heritage Identity betont auch die Bedeutung der historischen Identität für Organisation und Stakeholder (Balmer und Burghausen, 2015).
Kunden in das Firmenjubiläum integrieren
Auch Kunden besitzen Erinnerungen an Unternehmen.
Gerade im B2B-Bereich bestehen Geschäftsbeziehungen teilweise über Jahrzehnte.
Ein Kunde kann möglicherweise eine Maschine besitzen, die seit 40 Jahren funktioniert.
Ein Händler erinnert sich an die ersten gemeinsamen Projekte.
Ein Lieferant besitzt alte Fotografien.
Solche Geschichten erweitern die Perspektive.
Unternehmensgeschichte wird dann nicht nur vom Unternehmen über sich selbst erzählt.
Andere Stakeholder bestätigen und ergänzen sie.
Das Jubiläum als Employer-Branding-Instrument
Ein Firmenjubiläum richtet sich nicht nur an Menschen, die die Vergangenheit erlebt haben.
Es kann auch für zukünftige Mitarbeiter relevant sein.
Historische Inhalte können zeigen, wie sich Berufe verändert haben.
Ein Auszubildender von 1975 kann einem Auszubildenden von heute gegenübergestellt werden.
Eine historische Werkstatt kann neben einer modernen automatisierten Produktion stehen.
Gleichzeitig kann gezeigt werden, welche Werte trotz technischer Veränderungen erhalten geblieben sind.
Geschichte vermittelt dadurch Kontinuität ohne Stillstand.
Originalquellen statt nostalgischer Stockbilder
Für glaubwürdiges History Marketing sollten möglichst Originalmaterialien eingesetzt werden.
Historische Firmenfotos.
Anzeigen.
Produktkataloge.
Verpackungen.
Briefe.
Patente.
Werbefilme.
Maschinen.
Produkte.
Mitarbeiterausweise.
Solche Materialien besitzen eine Authentizität, die nicht künstlich hergestellt werden muss.
Gerade im Zeitalter generativer KI gewinnt diese Eigenschaft an Bedeutung.
Ein künstlich erzeugtes Bild einer Fabrik aus dem Jahr 1950 kann atmosphärisch überzeugend wirken.
Ein echtes Foto des eigenen Werks aus dem Jahr 1950 dokumentiert dagegen tatsächlich Unternehmensgeschichte.
Nicht jede Geschichte muss positiv sein
Je älter ein Unternehmen wird, desto wahrscheinlicher sind schwierige historische Kapitel.
100 Jahre deutsche Unternehmensgeschichte können beispielsweise Nationalsozialismus, Zweiten Weltkrieg, Zwangsarbeit, Enteignungen oder andere problematische Zusammenhänge berühren.
Solche Themen dürfen nicht aus einem Jubiläum verschwinden, nur weil sie nicht zur gewünschten Feststimmung passen.
Historische Glaubwürdigkeit entsteht auch aus dem Umgang mit schwierigen Kapiteln.
Ein Jubiläum kann sogar Anlass sein, erstmals eine unabhängige historische Untersuchung zu beauftragen.
Das Ergebnis kann langfristig wertvoller sein als eine ausschließlich positive Festschrift.
Welche Idee passt zu welchem Jubiläum?
Es gibt keine feste Regel, nach der ein 25-jähriges Unternehmen eine kleine Feier und ein 100-jähriges Unternehmen eine große Gala veranstalten muss.
Die Jahreszahl sollte vielmehr die historische Tiefe beeinflussen.
Bei 25 Jahren stehen häufig Gründer, Mitarbeiter und persönliche Erinnerungen im Mittelpunkt. Zeitzeugeninterviews, „25 Geschichten“, Mitarbeiterveranstaltungen und Zukunftsformate bieten sich besonders an.
Bei 50 Jahren ist häufig genug historisches Material vorhanden, um eine umfassendere Firmenchronik, Ausstellung, Jubiläumsfilm oder multimediale Kampagne zu entwickeln.
Bei 75 Jahren gewinnt die Verbindung zwischen Unternehmensgeschichte, Branche und Zeitgeschichte an Bedeutung. Unternehmensarchiv, digitale Ausstellung und historische Objektsammlungen können besonders interessant werden.
Bei 100 Jahren sollte das Jubiläum idealerweise als langfristiges Corporate-Heritage-Projekt verstanden werden. Firmenchronik, historisches Forschungsprojekt, digitales Museum, Ausstellung, Podcast, Film, Social Media und Veranstaltungen können auf einem gemeinsamen historischen Fundament aufbauen.
Entscheidend ist nicht die Menge der Maßnahmen.
Entscheidend ist ihre gemeinsame Geschichte.
Von der Vergangenheit zur Zukunft
Die stärksten Jubiläumskonzepte enden nicht beim Gründungsjahr plus Jubiläumszahl.
Sie stellen eine weitere Frage:
Was bedeutet unsere Geschichte für unsere Zukunft?
BMW machte diesen Ansatz beim hundertjährigen Jubiläum bereits im Kampagnengedanken „THE NEXT 100 YEARS“ sichtbar (BMW Group, 2016a).
ZEISS verband sein Jubiläum mit Wissenschaftsförderung und Zukunftsthemen (ZEISS, 2021a).
Auch kleinere Unternehmen können diesen Gedanken übernehmen.
Ein 50-jähriges Familienunternehmen kann zeigen, welche Werte in die nächste Generation übertragen werden.
Ein 75-jähriger Maschinenbauer kann historische Innovationen mit aktuellen Forschungsprojekten verbinden.
Ein hundertjähriger Handwerksbetrieb kann traditionelle Kompetenz mit digitaler Fertigung gegenüberstellen.
Geschichte wird damit nicht zum Gegenpol von Innovation.
Sie erklärt, woher Innovationsfähigkeit kommt.
Warum die History Marketing Agentur der geeignete Ansprechpartner für ein Firmenjubiläum ist
Ein erfolgreiches Firmenjubiläum benötigt mehr als Eventorganisation. Es benötigt eine belastbare Geschichte und eine Strategie, wie diese Geschichte für unterschiedliche Zielgruppen und Kommunikationskanäle genutzt werden kann.
Genau an dieser Schnittstelle unterstützt die History Marketing Agentur Unternehmen.
Wir betrachten das Firmenjubiläum nicht ausschließlich als Veranstaltung, sondern als strategisches History-Marketing-Projekt. Ausgangspunkt ist die Recherche und Aufbereitung der Unternehmensgeschichte. Historische Dokumente, Fotografien, Produkte, Werbemittel, Archive und Zeitzeugen können systematisch erschlossen und daraus relevante Geschichten entwickelt werden.
Darauf aufbauend kann ein integriertes Jubiläumskonzept entstehen: von Firmenchronik, Jubiläumswebsite und digitalem Firmenmuseum über Social-Media-Content, Zeitzeugeninterviews, Podcast und Video bis zu historischen Ausstellungen und der inhaltlichen Dramaturgie einer Jubiläumsveranstaltung.
Der Vorteil dieses Ansatzes liegt in der Mehrfachnutzung der Recherche.
Ein historisches Foto wird nicht nur einmal in einer Ausstellung gezeigt. Es kann Bestandteil der Firmenchronik, eines Social-Media-Beitrags, einer Website, eines Videos oder eines digitalen Museums werden. Ein Zeitzeugeninterview kann gleichzeitig als Archivquelle, Podcast, Video und Content-Grundlage dienen.
Dadurch entstehen aus dem Jubiläumsprojekt langfristig nutzbare historische Unternehmenswerte.
Gerade bei 50-, 75- oder 100-jährigen Jubiläen sollte diese Chance genutzt werden. Was heute recherchiert und digitalisiert wird, kann auch zum nächsten Jubiläum noch vorhanden sein.
Fazit: Das beste Firmenjubiläum erzählt nicht nur, wie alt ein Unternehmen ist
25, 50, 75 oder 100 Jahre sind zunächst Zahlen.
Ihre Bedeutung entsteht durch die Geschichten dahinter.
Ein Unternehmen besteht nicht deshalb seit 100 Jahren, weil 100 Jahre vergangen sind. Es besteht, weil Menschen Entscheidungen getroffen, Produkte entwickelt, Kunden gewonnen, Krisen bewältigt, Technologien verändert und Wissen an neue Generationen weitergegeben haben.
Genau diese Geschichten machen ein Jubiläum interessant.
Das 25-jährige Jubiläum bietet die Chance, Erinnerungen der Gründergeneration zu sichern.
Nach 50 Jahren können mehrere Generationen und große Entwicklungslinien sichtbar gemacht werden.
Nach 75 Jahren wird die Verbindung von Unternehmens- und Zeitgeschichte besonders ergiebig.
Und nach 100 Jahren kann ein Jubiläum zu einem umfassenden Projekt über Herkunft, Identität und Zukunft eines Unternehmens werden.
Die Beispiele von BMW, ZEISS, Siemens und Bosch zeigen zudem, dass große Jubiläen längst nicht mehr ausschließlich rückwärtsgewandt gestaltet werden. BMW verband sein hundertjähriges Bestehen mit Zukunftsvisionen. ZEISS verband 175 Jahre Unternehmensgeschichte mit Wissenschaft und Nachwuchsförderung. Siemens machte die Transformation von der Zehn-Mann-Werkstatt zum globalen Technologieunternehmen sichtbar. Bosch verband sein Jubiläum mit Hunderten internationalen Aktivitäten und Zukunftsthemen.
Darin liegt eine zentrale Erkenntnis für History Marketing:
Die Vergangenheit ist nicht deshalb wertvoll, weil sie vergangen ist.
Sie ist wertvoll, wenn sie erklärt, wer ein Unternehmen heute ist und wofür es morgen stehen möchte.
Ein Firmenjubiläum bietet die seltene Gelegenheit, genau diese Verbindung sichtbar zu machen.
Und deshalb sollte die Planung nicht mit der Frage beginnen, welche Band auf der Jubiläumsfeier spielt.
Sie sollte mit einer anderen Frage beginnen:
Welche Geschichte kann nur dieses Unternehmen erzählen?
Literaturverzeichnis
Balmer, J.M.T. (2013) ‚Corporate heritage, corporate heritage marketing, and total corporate heritage communications: What are they? What of them?‘, Corporate Communications: An International Journal, 18(3), S. 290-326. doi: 10.1108/CCIJ-05-2013-0031.
Balmer, J.M.T. und Burghausen, M. (2015) ‚Corporate heritage identity stewardship: a corporate marketing perspective‘, European Journal of Marketing, 49(1/2), S. 22-61.
BMW Group (2016a) BMW Group History: 2016 – Centenary and The Next 100 Years. München: BMW Group.
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Jones, D.G.B. und Tadajewski, M. (Hrsg.) (2016) The Routledge Companion to Marketing History. Abingdon: Routledge.
Riviezzo, A., Garofano, A., Napolitano, M.R. und Marino, V. (2026) ‚The missing link: developing intellectual capital through corporate heritage practices‘, Journal of Intellectual Capital, 27(7).
Siemens (2022) Siemens wird 175 Jahre alt. München: Siemens AG, 12. Oktober 2022.
Urde, M., Greyser, S.A. und Balmer, J.M.T. (2007) ‚Corporate brands with a heritage‘, Journal of Brand Management, 15(1), S. 4-19. doi: 10.1057/palgrave.bm.2550106.
ZEISS (2021a) 175 years of ZEISS: powering innovation for the future. Oberkochen/Jena: ZEISS Group, 11. Mai 2021.
ZEISS (2021b) ZEISS celebrates 175 years of innovation, passion and the courage to develop. Oberkochen/Jena: ZEISS Group, 17. November 2021.
ZEISS (2021c) ZEISS becomes founding member of Deutsches Museum. Oberkochen/München: ZEISS Group, 8. Juli 2021.

